PID Verfahren

Die Präimplantationsdiagnostik (PID Verfahren) ist eine assistierte Reproduktionstechnik, bei der genetischen Anomalien und Chromosomenanomalien von Embryonen auf DNA- Basis untersucht werden können, bevor die Übertragung in die Gebärmutter gemacht wird und die Implantation stattfindet. Ziel des PID Verfahrens ist es, die am besten geeigneten Embryonen auszuwählen und jene mit genetischem Defekt auszuschließen, damit gesunde Babys, frei von Erbkrankheiten, geboren werden.

Wie wird die Präimplantationstechnik durchgeführt?

Diese Labortechnik, die eine Kombination der in vitro-Fertilisation (IVF) und der molekulargenetischen Technik ist, kann am dritten Tag der Embryonalentwicklung durchgeführt werden, wenn sich die Embryonen im 6-Zell bis 8-Zell oder im Blastozysten-Stadium (Tag 5) befinden. Das PID Verfahren beeinträchtigt nicht das Überleben des Embryos.


Für die Untersuchung des Erbguts wird eine Zelle aus jedem Embryonen genommen und eine Analyse durchgeführt, um Erbkrankheiten auszuschließen. Somit werden nur die gesunden Embryonen ausgewählt und in die Gebärmutter eingepflanzt.

Abfolge
PID Verfahren

Wann wird die Präimplantationsdiagnostik empfohlen?

  1. Entstehung der Embryonen. Die Eizellen werden im Labor mit Hilfe einer ICSI befruchtet. Die entstandenen Embryonen werden im IVF Labor kultiviert.
  2. Embryobiopsie. Bei allen entstandenen Embryonen wird eine Biopsie durchgeführt.
  3. Genetische Untersuchung.

    • Aneuploidie Screening
    • Erkennen von Chromosomenveränderungen
    • Analyse von monogenetischen Erkrankungen
  4. Embryonentransfer.
  5. Die gesunden Embryonen, welche nicht eingepflanzt wurden, können für zukünftige Transfers eingefroren werden.

Das PID Verfahren ist in folgenden Fällen nützlich:

  • Strukturelle Chromosomenanomalien: numerisch oder verbunden mit, auf die Nachkommenschaft übertragbaren, Geschlechtschromosomen
  • Wiederholte Fehlgeburten
  • Frauen in fortgeschrittenem Alter
  • Analyse von Fehlern in der Chromosomensegration bei Spermien (FISH oder Meiose)
  • Fehlgeschlagene IVF Versuche
  • Monogenetische Erkrankungen

Wie die Europäische Gesellschaft für Humane Reproduktion und Embryologie (ESHRE) hervorgehoben hat, sind einige, der mehr als 150 durch Präimplantationsdiagnostik nachweisbaren monogenen Erkrankungen:

  • Fanconi Anämie
  • Spinale und neurale Muskelatrophie
  • Muskeldystrophie
  • Zystische Fibrose
  • Muskeldystrophie Duchenne / Becker
  • Marfan-Syndrom
  • Neurofibromatose Typ I und II
  • Menkes-Syndrom
  • Fragiles-X-Syndrom (FXS)
  • Beta Thalassämie
  • Sichelzellenanämie